Aktionswoche für Vielfalt und Respekt in der AWO Kita Bünde-Mitte

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus sowie des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März hat die AWO Kindertagesstätte/Familienzentrum Bünde-Mitte eine besondere Aktionswoche unter dem Motto Anti-Diskriminierung gestaltet. Ziel war es, bereits den jüngsten Kindern wichtige Werte wie Respekt, Offenheit und Vielfalt näherzubringen.

Zum Auftakt der Woche besuchte Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger die Einrichtung, um sich persönlich ein Bild von den vielfältigen Aktionen zu machen. Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bünde, Zdravka Büttner, war vor Ort und begleitete einzelne Programmpunkte.

Der Montag stand ganz im Zeichen des Themas Diskriminierung. Während sich Eltern im Rahmen einer Mitmachaktion mit Legosteinen zu Fragestellungen rund um Diskriminierung positionierten, philosophierten die Kinder über ihre eigenen Stärken. In einer gemeinsamen Eltern-Kind-Aktion mit der Gleichstellungsbeauftragten lautete das Motto „Wir stärken Vielfalt statt Schubladen“. Die vierjährige Stella brachte es dabei auf den Punkt: „Wir sind alle verschieden und das ist gut so.“

Am Dienstag setzten die Kinder unter dem Motto „Zeichen für Vielfalt – Wir hinterlassen Spuren“ ein sichtbares Zeichen: Mit bunten Fußabdrücken gestalteten sie ein Gemeinschaftsprojekt, das künftig die Kita schmücken wird.

Der Mittwoch stand im Zeichen von Zusammenhalt und Gemeinschaft. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam stark gegen Rassismus und Diskriminierung“ bedruckten die Kinder Jutebeutel mit Symbolen, die für Vielfalt und Miteinander stehen.

Am Donnerstag rückte die geschlechterspezifische Pädagogik in den Fokus. Mit Verkleidungskisten, Spiegeln und vielfältigen Materialien setzten sich die Kinder spielerisch mit Rollenbildern auseinander. Dazu erklärte Zdravka Büttner: „Es ist wichtig, bereits im Kindergartenalter über Rollenbilder und Geschlechterklischees zu sprechen. Kinder begegnen diesen Themen oft erstaunlich offen und vorurteilsfrei. Umso mehr können wir von ihnen lernen.“

Der Freitag bildete mit einer Aktion zum Welt-Down-Syndrom-Tag den Abschluss der Woche. Kinder und Fachkräfte trugen bewusst unterschiedliche Socken, um ein Zeichen für Individualität zu setzen. Zudem gestaltete jedes Kind ein großes Puzzleteil, das später zu einem gemeinsamen Kunstwerk zusammengesetzt wird. Eine Ausstellung in der Turnhalle präsentierte die Ergebnisse der gesamten Woche.

Ein besonderes Highlight war ein großes Banner mit der Aufschrift „Ich bin E NMALIG“. Die Kinder schlüpften dabei symbolisch in die Rolle des fehlenden „I“ und ließen sich fotografieren – ein starkes Zeichen für Individualität und Einzigartigkeit.

Auch die pädagogischen Fachkräfte zogen ein positives Fazit. Andrea Barton betonte: „Vielfalt ist keine Herausforderung, sondern unsere Stärke“. Ihre Kollegin Emma Laurelle Kouamé ergänzte: „Die Arbeit mit Kindern im Bereich der Antidiskriminierung ist heute wichtiger denn je. Gerade deshalb ist es so wichtig, früh mit den Kindern daran zu arbeiten. Sie lernen respektvolles Miteinander, Vorurteile zu hinterfragen und demokratische Werte zu verstehen.“ Zudem hob sie hervor: „Anti-Diskriminierungsarbeit mit Kindern trägt dazu bei, dass unsere zukünftige Generation respektvoller, offener und bewusster handelt.“

Auch Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger zeigte sich beeindruckt: „Es ist beeindruckend, wie früh sich Kinder bereits mit Themen wie Diskriminierung und Geschlechterrollen auseinandersetzen – und wie offen sie dabei sind. Besonders schön und zugleich überraschend fand ich, dass viele Kinder schon den Begriff ‚Bürgermeisterin‘ kannten. Auf Nachfrage erzählten sie ganz selbstverständlich, dass sie ihn aus der Sendung Paw Patrol kennen – was für viel Gelächter sorgte. Auch das Thema Mitbestimmung ist ihnen nicht fremd: Einige berichteten stolz von ihrem eigenen Kinderparlament, in dem sogar Kuscheltiere gewählt werden. Das zeigt, wie wichtig es ist, solche Themen früh aufzugreifen – und dass wir Erwachsenen von Kindern oft noch viel lernen können.“

Die Aktionswoche machte deutlich: Werte wie Vielfalt, Respekt und Gleichberechtigung können nicht früh genug vermittelt werden – und Kinder sind dabei oft die besten Lehrmeister.